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How-to: Entscheidungen

Hier findest du, wie man allein oder als Gruppe eine Grundlage für Entscheidungen schaffen kann.

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Entscheidungen

Den Entscheidungen liegt meist ein Selbstverständnis der Gruppe zugrunde, nach dem die Mitglieder zusammenarbeiten. Darin ist Grundsätzliches festgehalten: welche Inhalte wichtig sind und nach welchen Idealen/ Überzeugungen das Team handelt. Diese Überlegung kann man auch allein anstellen und festhalten.

Dieser Prozess ist oft mühsam, lohnt sich aber, um sich bei späteren Abzweigungen immer wieder auf das gemeinsame Verständnis berufen zu können. Am besten geht ihr vom Persönlichen zumGemeinsamen vor. Es macht Sinn, zu Beginn, einzeln drei konkrete, messbare, terminierbare und realistische Ziele, auf die die Gruppe hinarbeiten soll, zu notieren. Danach können alle Ziele zusammengetragen und inhaltlich gebündelt werden. Ziel für Ziel kann im Entscheidungsverfahren weiter ausformuliert und ergänzt werden, sodass alle Gruppenmitglieder am Ende zufrieden sind. Wenn du allein arbeitest, kann es hilfreich sein, deine gesteckten Ziele von einer anderen Person hinterfragen zu lassen.
Auf den Zielen aufbauend kann dann beispielsweise ein Text zum Selbstverständnis verfasst werden.

Wenn nun also Entscheidungen anfallen, können diese immer mit dem Selbstverständnis abgeglichen werden. Je nach Gruppengröße ist es sinnvoll, auch die Entscheidungsfindung methodisch anzugehen.  
Neben Momententscheidungen geben zwischen zeitliche Richtungsentscheidungen der Gruppe Halt. Sie können in Form von Zukunftsausblicken auf verschiedenen zeitlichen Skalen erfolgen.

Fragen

  • Wie bewerten wir die aktuelle Situation? (Stand bei Projekten)
  • Was läuft gut, was nicht?
  • Sollen wir etwas am Format ändern, behalten wir es bei?
  • Was steht an? Worauf sollten wir uns fokussieren?

Alle Entscheidungen sollten festgehalten werden. Als Vorlage kann die Roadmap dienen.

BEISPIEL: SELBSTVERSTÄNDNIS BUREAU GIACOMETTI

Die einst angekurbelte Aufwertungsspirale auf dem Wohnungsmarkt schlängelt sich schon längst in unermessliche Höhen und verringert dadurch zusätzlich das Angebot von bezahlbarem Wohnraum für einen Großteil der in Städten lebenden Menschen. Oft haben sie wenig bis kein Mitspracherecht, wenn es um die Sanierung ihres Wohnraums geht. Es wird über ihre Köpfe hinweg entschieden, ob ihr Heim renovierungsbedürftig ist und welche Art Umbau stattfinden wird.

Das Thema Wohnraum ist in vielen Städten mittlerweile zum Politikum Nr. 1 herangewachsen und ein treibender Faktor von Stadtentwicklung. Somit ist dies längst nicht mehr privat, sondern jedes neugebaute Haus, jede Sanierung, jede Verdrängung formt und verändert den öffentlichen Raum, den wir Stadt nennen.
An ihrem Anfang steht immer die Frage, wie wir in diesem Gefüge zusammenleben wollen und künftig werden. Und da die Interessen vieler mit hineinspielen, wird diese Frage nie umfänglich geklärt sein. Was bleibt, sind Projekte, die aufzeigen, wie im Kleinen mit Berücksichtigung aller Beteiligten mögliche Zukünfte gelebt werden können. Das Bureau Giacometti ist eines davon.

Das Bureau fordert Eigentümer*innen auf, ihre Position und die Strukturen kritisch zu hinterfragen und langfristig andere Beziehungen zu den Hausbewohner*innen zu knüpfen. Es ermöglicht trotz der strukturellen Machtverhältnisse möglichst viel Mitbestimmung seitens der Bewohner*innen. Als nachhaltiges Ergebnis entsteht ein sowohl nach den Bedürfnissender Mietenden als auch ein innerhalb der wirtschaftlichen Möglichkeiten des*der Eigentümer*in saniertes Wohnhaus. Mit dem Prozess kann das ursprüngliche Machtgefälle von Entscheidungen über Wohnraum verschmälert werden.
Das Bureau Giacometti zeigt auf, wie ein*e Eigentümer*in den Sanierungsprozess anders als gewohnt gestalten kann. Auch wenn es konkret primär den Bewohnenden in den beiden Häusern dient, soll es als Modell für Stadtleben der unmittelbaren Zukunft gesehen werden.  

ENTSCHEIDUNGEN, ABSPRACHEN & AUSBLICKE

Die Übersichtlichkeit des Teams ermöglicht uns, alle Entscheidungen zu zweit zu treffen. Oft erarbeiten wir sie zusammen, manchmal gibt es Vorschläge von einer Person, die dann gemeinsam überarbeitet werden, sodass wir sie letztendlich beide vertreten können. Die Absprachen ermöglichen, die eigenen Ideen zu spiegeln und absichern zu lassen. 
In regelmäßigen, aber langen Abständen (ca. 6 Monate) gibt es einen Rück-/Vorausblick auf die laufende Arbeit. Dabei werden das persönliche Befinden in der eigenen Rolle, die Teamrolle, dieArbeitsstruktur und die Kommunikation mit den Akteur*innen besprochen.

Oft wählen wir als Setting einen Spaziergang oder ein Mittagessen außerhalb um nicht am gewöhnlichen Arbeitsort zu sein.
Zurück im Büro dokumentieren wir das Besprochene in konkreten Punkten.
Es wird eine engmaschige Roadmap für das nächste halbe Jahr und eine lose für ein ganzes Jahr erstellt.